
Montalbano Elicona: Sehenswertes und warum es der ideale Ausgangspunkt für Sizilien ist
Das mittelalterliche Dorf zwischen Nebrodi und Peloritani: Burg, Megalithen von Argimusco, Wald von Malabotta, Wandern und Spaziergänge, Feste und Ausflüge zu den Liparischen Inseln, nach Tindari, zum Ätna und nach Taormina.
Montalbano Elicona liegt abseits des Massentourismus – und genau das macht seinen Reiz aus. Es ist ein mittelalterliches Dorf auf über 900 Metern Höhe mit Blick auf das Nebrodi-Gebirge, das Tyrrhenische Meer und die Liparischen Inseln: Im Sommer atmet man hier oben auf, während es an der Küste drückend heiß ist.
Der Ort gehört zu den „Schönsten Dörfern Italiens“ und wurde 2015 zum beliebtesten Dorf Italiens (Borgo dei Borghi) gewählt. Auf dieser Seite finden Sie, was es im Dorf und in der Umgebung zu sehen gibt, mit praktischen Tipps für Ihre Planung.
Die Burg: Sommerresidenz eines Königs
Die Burg thront über dem Dorf. Sie wurde auf älteren byzantinischen und arabischen Bauten errichtet und besteht aus einer normannisch-staufischen Festung und einem befestigten Palast aus staufisch-aragonesischer Zeit. Ihre Blütezeit erlebte sie zu Beginn des 14. Jahrhunderts: Zwischen 1302 und 1308 hielt sich der König in Montalbano auf und baute einen Teil der Burg zur königlichen Residenz um, mit großen Fenstern in den Mauern.


In der Kapelle befindet sich das Steingrab, das mit Arnaldo da Villanova verbunden ist, dem katalanischen Arzt und Alchemisten am Hof Friedrichs III. von Sizilien. Das Rätsel: Arnaldo starb auf einer Reise in der Nähe des Hafens von Genua, daher hat die Grabplatte wohl nur Gedenkcharakter. In den Sälen sind Waffen, Rüstungen und Ritterhelme ausgestellt, dazu eine Sammlung alter Musikinstrumente. Von den Türmen reicht der Blick an klaren Tagen bis zu den Liparischen Inseln.
Öffnungszeiten und Eintritt: Im Sommer ist die Burg täglich von 9:30 bis 13:30 Uhr und von 15:00 bis 19:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass eine Viertelstunde vor Schließung. Der volle Eintritt kostet 3 €, ermäßigt 1,50 €. Außerhalb der Saison ändern sich die Zeiten – bitte vor dem Besuch prüfen.
Anfahrt: Die Burg erreicht man zu Fuß vom Zentrum aus, mit einem Spaziergang durch die Gassen. Parken im Ort ist kostenlos.
Die Megalithen von Argimusco: das Rätsel der Hochebene
Wenige Kilometer vom Dorf entfernt öffnet sich eine Landschaft wie von einem anderen Planeten. Argimusco ist eine Hochebene an der Grenze zwischen Nebrodi und Peloritani, übersät mit riesigen Sandsteinfelsen in erstaunlichen Formen – vom Adler bis zur betenden Gestalt.

Manche nennen den Ort „das sizilianische Stonehenge“, und die Volksüberlieferung erzählt von alten Riten und Steinkalendern. Die Wahrheit ist einfacher und ebenso faszinierend: Es gibt keine Hinweise auf menschliche Besiedlung, und Archäologen gehen davon aus, dass der Wind die Formen geschaffen hat. Ein magischer Ort bleibt es trotzdem, mit einer außergewöhnlichen Aussicht auf den Ätna, die Liparischen Inseln, Kap Tindari und Kap Milazzo.
Praktische Hinweise: Mit dem Auto der Beschilderung „contrada Argimusco“ folgen. Das Auto bleibt kurz vor dem Schutzgebiet stehen; dort beginnt ein Weg entlang der Felsen. Der Megalithen-Weg ist der leichteste im Gebiet: ein Rundweg mit Blick auf die Liparischen Inseln, den Gipfel von Novara di Sicilia und den Ätna. Bequeme Schuhe oder Wanderschuhe sind empfehlenswert. Lokale Führer bieten oft Touren am späten Nachmittag an, um das Licht des Sonnenuntergangs zu erleben.
Der Wald von Malabotta: zwischen uralten Buchen und Eichen
Kurz hinter Argimusco, etwa 9 km vom Zentrum, beginnt eines der wertvollsten Naturgebiete Siziliens. Das Schutzgebiet gilt als letzter Rest der Wälder, die einst die ganze Insel bedeckten, und steigt von 700 auf über 1.300 Meter an. Sein Herz ist ein unberührter Buchenwald von rund 80 Hektar. Im Wald leben Füchse, Stachelschweine und Wildkatzen, am Himmel kreisen Sperber, Wanderfalken und Mäusebussarde.

Es gibt sieben markierte Wege: Patriarchen des Waldes, Faggita, Forelle, Friedrich II., Voturi, Pittari und Megalithen. Im Herbst färben sich die Buchen rot und gold, im Frühling blüht der Waldboden. Wer lieber begleitet wird, findet geführte Wanderungen lokaler Vereine.
Ein ideales Ziel für alle, die gern wandern
Montalbano ist genau richtig für Wanderer, Trekking-Fans und alle, die einfach gern in der Natur unterwegs sind. Das Dorf liegt auf über 900 Metern zwischen Nebrodi und Peloritani, und ringsum gibt es Wege für jeden: vom gemütlichen Spaziergang zwischen den Megalithen über Tagestouren durch die Wälder bis zu Routen, die vom Gebirge hinunter ans Meer führen.
- Leichte Spaziergänge: Der Megalithen-Weg in Argimusco ist ein Rundweg für alle, auch für Familien, mit Blick auf den Ätna und die Liparischen Inseln.
- Wandern im Wald von Malabotta: sieben markierte Wege zwischen uralten Buchen und Eichen, vom Weg der Patriarchen des Waldes bis zum Friedrich-II.-Weg.
- Der Sentiero Italia: Italiens großer Fernwanderweg, der die ganze Halbinsel durchquert, führt auch hier vorbei – mit dem Abschnitt zwischen Argimusco und dem Wald von Malabotta.
- Der Cammino di Tindari: Eine seiner Etappen beginnt in Montalbano und führt über die Weiler Braidi, Madoro und Scarpiglia hinunter zum Heiligtum von Tindari: rund 22 km vom Gebirge ans Meer.
- Rocca di Novara: für geübte Wanderer der Aufstieg zum „Matterhorn Siziliens“, mit einem Panorama vom Tyrrhenischen Meer bis zum Ätna.
- Mit dem Mountainbike: Bergstraßen und Schotterwege zwischen Dorf, Hochebene und Wald – sehr beliebt bei den MTB- und E-Bike-Gruppen der Gegend.
- Zu Pferd: Die Gegend lässt sich auch im Sattel entdecken, auf Wegen und entlang klarer Bäche.
- Unterwegs: die cùbburi, alte kuppelförmige Hirtenhütten aus Stein, alte Wassermühlen und kleine, im Wald versteckte Seen.
Praktische Hinweise: Wer lieber begleitet wird, findet geführte Touren lokaler Wandervereine, oft auch bei Sonnenuntergang. Wanderschuhe, Wasser und auch im Sommer eine leichte Jacke mitnehmen: In dieser Höhe werden die Abende frisch. GPS-Tracks vieler Routen gibt es in Wander-Apps.
Das Dorf: Steingassen, Aussichtspunkte und Genuss
Am besten lernt man Montalbano kennen, indem man sich verläuft. Das Dorf ist ein Labyrinth aus Steinhäusern auf Felsvorsprüngen, mit spätmittelalterlichen Gassen und Überbauten.
Nicht verpassen: den Aussichtspunkt Belvedere Portello, von dem aus man sieht, wo man ist – zwischen Meer, Liparischen Inseln und Bergen – und das Museo Belfiore mit historischen Fotografien des Dorfes.
Kulinarisches: Die Küche ist Bergküche: Käse, Wurstwaren, Hülsenfrüchte und Gerichte mit Pilzen und Wild. Probieren Sie das Brot von Montalbano, nach alten traditionellen Verfahren gebacken, und den tortone. Das bekannteste Produkt ist die Haselnuss, die Nocciola Rotonda dei Nebrodi, und im Ortsteil Braidi wird ein sehr geschätztes natives Olivenöl extra hergestellt.
Feste, die man nicht verpassen sollte
- Mitte August, historischer Umzug: Rund 200 Mitwirkende in mittelalterlichen Kostümen stellen die Ankunft König Friedrichs im Dorf nach.
- 24. August, Fest der Maria Santissima della Provvidenza: ein Fest, das auf das 17. Jahrhundert zurückgeht, mit Tausenden Gläubigen, viele davon barfuß, und vier Tagen Musik, Theater und Folklore.
- Weihnachten, lebende Krippe: Im ältesten Viertel, dem Serro, lassen die Bewohner alte Handwerke in den Steinhäusern wieder aufleben. Sie wurde schon mit dem Regionalpreis als schönste lebende Krippe Siziliens ausgezeichnet. Sie findet in der Weihnachtszeit an einigen Abenden zwischen Ende Dezember und Dreikönigstag statt.
Montalbano als Ausgangspunkt: Sizilien in Tagesausflügen
In Montalbano zu übernachten heißt, in der Stille aufzuwachen, jeden Morgen zu einem anderen Ziel aufzubrechen und abends in die Kühle des Dorfes zurückzukehren.
- Tindari, mit dem Heiligtum auf dem Vorgebirge und dem griechischen Theater: etwa eine halbe Stunde mit dem Auto.
- Der Ätna von der Nordseite, über Randazzo: Randazzo liegt etwa 32 km entfernt, rund 40 Minuten.
- Liparische Inseln als Tagesausflug: Der Hafen von Milazzo, von dem die Fähren abfahren, liegt etwa 47 km entfernt, rund 50 Minuten.
- Taormina: etwa 62 km, eine gute Stunde, unterwegs die Alcantara-Schlucht.
- Rocca di Novara: für Wanderfreunde, bekannt als „Matterhorn Siziliens“.
Beste Reisezeit
Häufige Fragen
Kann man in Montalbano Elicona wandern?
Ja, es ist eines der schönsten Wandergebiete Siziliens: der Megalithen-Weg in Argimusco, die sieben Wege im Wald von Malabotta, der Sentiero Italia und der Cammino di Tindari. Es gibt Routen für gemütliche Spaziergänger und für anspruchsvolle Wanderer.
Wo kann man parken?
Parken im Ort ist kostenlos. Das Zentrum erkundet man zu Fuß.
Ist die Burg das ganze Jahr geöffnet?
Ja, aber die Öffnungszeiten ändern sich mit den Jahreszeiten. Im Sommer ist sie täglich vormittags und nachmittags geöffnet.
Wann ist die beste Reisezeit?
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz: der Sommer wegen der Frische und der Feste, der Herbst wegen der Wälder, Weihnachten wegen der lebenden Krippe.
Sole Luna B&B liegt im Herzen des Dorfes, an der Hauptstraße von Montalbano Elicona, mitten in der Altstadt und 400 Meter von der Burg entfernt.
Sole